2024-10-30 11:16:28
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VW in der Krise: Dieselskandal, schwache Nachfrage und jetzt auch noch EU-Zölle

(AFP) Massive Gewinneinbrüche im dritten Quartal dieses Jahres, Berichte über mehrere Werksschließungen und mögliche Entlassungen: Der Autobauer Volkswagen steckt in der Krise. Die Probleme des Unternehmens sind vielfältig.

Der Dieselskandal 2015

Bereits vor fast zehn Jahren geriet Volkswagen in Schwierigkeiten.

Der sogenannte Dieselskandal gilt als einer der größten Industrieskandale der deutschen Nachkriegszeit. Volkswagen hatte 2015 zugegeben, rund elf Millionen Autos manipuliert zu haben, sodass sie niedrigere Stickoxid-Emissionswerte aufwiesen.

VW zahlte infolgedessen weltweit mehr als 32 Milliarden Euro an Strafen, Entschädigungen und Gerichtskosten, den Löwenanteil davon in den USA.

Ehemalige Topmanager wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt.

Schwächelnder Automarkt

Die Nachfrage nach neuen Autos in Deutschland und Europa hat das Niveau der Zeit vor der Corona-Pandemie nicht wieder reicht. Darunter leidet die gesamte Branche, die zugleich die Investitionen in die Umstellung auf die Produktion von E-Autos stemmen muss.

VW-Finanzchef Arno Antlitz erklärte im September, dass VW in Europa 500.000 Autos weniger verkaufe als 2019. Das seien die "Verkäufe für rund zwei Werke".

Stockende E-Auto-Verkäufe

Die Verkäufe von E-Autos sind in Deutschland nach dem Wegfall der staatlichen Kaufförderung Ende 2023 eingebrochen.

Insgesamt entwickeln sich die Absätze europaweit bislang nicht so wie erhofft. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, sieht auch eine Mitschuld der Hersteller: Insbesondere Volkswagen habe "die Transformation zur E-Mobilität und zum autonomen Fahren verschlafen".

VW ist eher für Klein- und Mittelklassewagen bekannt.

Ein E-Auto des Wolfsburger Herstellers für 25.000 Euro soll es laut Unternehmen erst ab Ende 2025 geben. Für 2027 dann ist ein Modell für rund 20.000 Euro angekündigt.

Die Entscheidung gegen den Verbrennungsmotor und für die Batterietechnik ist demnach "seit langem" gefallen und wurde nicht in Deutschland getroffen, "sondern weltweit und insbesondere in den großen Märkten, wie China und den USA".

VW und China

China ist ohnehin ein wunder Punkt für VW.

Die Wolfsburger haben in den vergangenen Jahrzehnten stark in China investiert und auf die Volksrepublik sowohl als Produktionsstandort als auch als Markt gesetzt. 2023 wurde VW dann als wichtigster Autohersteller in China vom örtlichen Konkurrenten BYD abgelöst.

Die Nachfrage nach VW-Verbrennern ist in China eingebrochen und bei E-Autos liegen die dortigen Hersteller vorn.

Wegen seiner Produktionsaktivität in China kam VW vor dem Hintergrund der Unterdrückung der Uiguren in der Provinz Xinjiang unter Druck. Das Unternehmen soll von Zwangsarbeit profitiert haben.

Außerdem gerät das Unternehmen nun im Handelskonflikt der EU mit China zwischen die Fronten. Die EU-Kommission verhängte Zusatzzölle für E-Autos aus China, von denen auch Volkswagen betroffen ist.

Personalkosten

Die Verdienstchancen in der gesamten Automobilbranche sind vergleichsweise gut und speziell VW galt lange als großzügiger Arbeitgeber.

Betriebsbedingte Kündigungen waren jahrelang ausgeschlossen, erst mit dem neuen Sparkurs seit September ist das nicht mehr der Fall. Experten halten eine Verschlankung des Unternehmens für unabdingbar.

Personalabbau ist im gesamten Autosektor auch wegen der Antriebswende ein Thema.

Der Verband der Automobilindustrie rechnet damit, dass wegen der weniger personalintensiven Produktion von E-Autos bis 2035 im Vergleich zu 2019 rund jede fünfte Stelle wegfallen wird.

Standortbedingungen

Die Autobranche beklagt wie die gesamte Industrie im internationalen Vergleich hohe Energiekosten und Steuern, zu viel Bürokratie und teils marode Infrastruktur.

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht darin sogar den Hauptgrund für die Krise bei VW. "Brücken fallen auseinander und die Bahn versinkt im Chaos", sagte er.

Darunter leide auch VW.

Politischer Einfluss

Das Land Niedersachsen hält gut 20 Prozent der Anteile an VW und hat bei wichtigen Entscheidungen ein Vetorecht. Auch das sieht Dudenhöffer kritisch.

"Der Landesbesitz bei VW ist Gift für das Unternehmen. Die Strukturen sind eingefroren, auf den veränderten Wettbewerb kann nicht reagiert werden", sagte er AFP.

mb/pe/hcy

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